27. Januar: Zentrale Gedenkveranstaltung im Landkreis Sankt Wendel

Seit 1996 ist der 27. Januar ein nationaler, seit 2005 ein internationaler Gedenktag. Erinnert wird an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau 1945 und somit an die Opfer des Nationalsozialismus. Seit 2015 auch mit einer zentralen Gedenkveranstaltung im Landkreis Sankt Wendel: 2026 am Dienstag, 27. Januar, 19 Uhr, Gymnasium Wendalinum St. Wendel, Schorlemerstraße 28.

Landrat Udo Recktenwald: „Eine verantwortungsvolle Erinnerungsarbeit setzt sich gewissenhaft mit der Vergangenheit auseinander und zieht Lehren für Gegenwart und Zukunft. Daher engagiert sich der Landkreis in der Erinnerungsarbeit, wozu auch die zentrale Gedenkveranstaltung am 27. Januar gehört. Wir erinnern an Opfer und Täter, an Gräuel und Unrecht, an Rassenwahn und Massenmord. Dies fand nicht nur weit entfernt statt, sondern auch hier, in unserer Heimat. Wir erinnern daran, wie schon einmal unser Land den Weg in die Barbarei einschlug – und das sich dies nie wiederholen darf. Nirgends.“

Gastredner der diesjährigen Gedenkveranstaltung ist Dr. Peter Henkel, seit 2025 Direktor des Historischen Museums Saar. Unter dem Titel „Erinnern, mehr als ein Blick zurück“ spricht der Historiker über die Veränderungen der Erinnerungskultur, verbunden mit der Frage, warum erinnert wird.

Auch Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Wendalinum beteiligen sich am Programm: Schüler eines Seminarfachs haben zu einer Bunkeranlage bei St. Wendel geforscht und sind dabei auf Spuren des militärischen Widerstandes gestoßen. Daraus ist ein Film entstanden, der gezeigt wird.

Eine weitere Schülergruppe beschäftigte sich mit dem Schicksal der jüdischen Familie Berl aus St. Wendel. Fritz Berl war seit 1935 Schüler am Wendalinum, wurde 1938 der Schule verwiesen, konnte ein Jahr später aus Deutschland fliehen. Die Schüler haben Kontakt zu seinem Enkel aufgenommen und berichten von ihren Erfahrungen.

Moderation: Alexander Besch, Musik: Margret Peter-Conrad (beide: Gymnasium Wendalinum).

Der Eintritt ist frei.